
Weißt du noch, wie Essen früher geschmeckt hat? Richtig, ehrlich und mit Seele. Ich erinnere mich genau an den ersten Löffel Polnische Dill-Suppe (Zupa Koperkowa) | Internationale Rezepte 2026, den ich vor Jahren in einer kleinen Familienküche in Krakau probierte. Es war ein kühler Herbsttag, und diese Suppe war wie eine warme Umarmung von innen.
Seitdem war ich besessen. Ich wollte dieses flüssige Gold zu Hause nachmachen. Nach unzähligen Versuchen, Telefonaten mit meiner polnischen Freundin und gescheiterten Experimenten habe ich es endlich geschafft. Heute teile ich mein absolutes Lieblingsrezept mit dir. Es ist einfacher, als du denkst, und wird deine Vorstellung von einer guten Suppe für immer verändern.
Das Geheimnis liegt nicht in komplizierten Techniken. Sondern in der puren, unverfälschten Kraft des Dills. Diese Suppe ist ein Beweis dafür, dass die besten Dinge im Leben oft die einfachsten sind.
Rezept-Überblick
- Küche: Polnisch
- Kategorie: Suppen & Eintöpfe
- Gesamtzeit: ca. 45 Minuten
- Portionen: 4-6 Personen
Warum dieses Rezept so besonders ist
Viele denken, es sei nur eine helle Brühe mit Kräutern. Weit gefehlt! Die Magie entsteht durch eine einfache, aber geniale Technik: die Mehlschwitze.
Wir rösten Mehl in Butter, bis es duftet. Das gibt der Suppe eine wunderbar sämige Basis, ohne sie schwer zu machen. Und dann kommt der frische Dill, ganz zum Schluss.
So bleibt sein grasig-frisches Aroma lebendig und intensiv. Jeder Löffel schmeckt nach Frühling und Geborgenheit zugleich. Das ist pure Handwerkskunst für die Seele.
Die vollständige Zutatenliste
- 2 EL Butter
- 2 EL Mehl (Type 405)
- 1,5 Liter kräftige Hühner- oder Gemüsebrühe (selbst gemacht ist am besten!)
- 4 mittelgroße Kartoffeln, geschält und in Würfel geschnitten
- 1 große Zwiebel, fein gewürfelt
- 2 Bund frischer Dill, fein gehackt (Stiele aufheben!)
- 200 ml Sauerrahm oder Schmand
- 2 Eigelb (Größe M)
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer nach Geschmack
- 1 TL Zucker (optional, rundet die Säure ab)
- Frisch gepresster Zitronensaft (nach Belieben)
Meine Schritt-für-Schritt-Methode
- Zuerst die Brühe in einem großen Topf erhitzen. Die Kartoffelwürfel und die Dillstiele hineingeben. Etwa 15-20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Die Stiele dann entfernen.
- Inzwischen in einem anderen Topf die Butter schmelzen. Die gewürfelte Zwiebel darin glasig dünsten. Das Mehl darüberstäuben und unter ständigem Rühren goldgelb anschwitzen. Das nennt man eine “helle Mehlschwitze” und sie ist das Herzstück.
- Jetzt kommt der Trick: Etwas von der heißen Brühe aus dem Kartoffeltopf zur Mehlschwitze gießen. Sofort kräftig mit einem Schneebesen verrühren, damit keine Klumpen entstehen.
- Diese sämige Mischung zurück in den großen Topf mit der restlichen Brühe und den Kartoffeln gießen. Alles gut verrühren und für weitere 10 Minuten leise köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und eventuell einer Prise Zucker abschmecken.
- Nun die Hitze ausschalten. In einer Schüssel den Sauerrahm und die zwei Eigelbe glatt verquirlen. Etwas von der heißen Suppe langsam unterrühren, um die Eier zu temperieren.
- Diese Creme vorsichtig zurück in den Suppentopf rühren. Achtung: Nicht mehr kochen lassen, sonst gerinnt das Ei!
- Zum Schluss den gehackten frischen Dill unterheben. Abschmecken und bei Bedarf mit einem Spritzer Zitronensaft verfeinern. Sofort servieren.
Meine Top-Tipps für den Erfolg
- Dill ist König: Verwende unbedingt frischen Dill! Getrockneter Dill gibt nur einen Bruchteil des Aromas. Je frischer, desto besser.
- Temperieren ist alles: Der Schritt mit dem Langsam-Unterrühren der heißen Suppe in die Eiermischung ist kein Hexenwerk, aber essentiell. So bekommst du eine cremige, nicht flockige Suppe.
- Schmecke ab, schmecke ab, schmecke ab: Die Suppe braucht genug Salz, um den vollen Dillgeschmack zu tragen. Trau dich! Der frische Dill am Ende braucht eine gute Basis.
- Brühe macht den Unterschied: Eine selbst gekochte Hühnerbrühe bringt unglaublich viel Tiefe. Aber auch eine gute Qualitätsbrühe aus dem Glas funktioniert wunderbar.
Häufige Fehler vermeiden
Problem: Die Suppe wird flockig oder das Ei gerinnt.
Lösung: Immer die Hitze ausschalten, bevor du die verquirlte Ei-Sauerrahm-Mischung einrührst. Und niemals danach wieder aufkochen lassen. Einfach nur erwärmen.
Problem: Die Suppe schmeckt fad oder mehlig.
Lösung: Die Mehlschwitze muss lange genug geröstet werden, bis sie richtig nussig duftet. Und vergiss das Abschmecken mit genug Salz und einem Hauch Säure (Zitrone) nicht. Das holt alles hervor.
Problem: Der Dill verliert seine frische Farbe und schmeckt matschig.
Lösung: Den Dill immer erst ganz zum Schluss, nachdem die Hitze aus ist, unterrühren. So bleibt sein Aroma und seine schöne grüne Farbe erhalten.
NÄHRWERTANGABEN
(pro Portion, ca. 300ml)
- Kalorien: ca. 280 kcal
- Kohlenhydrate: 25 g
- Eiweiß: 8 g
- Fett: 16 g
- Gesättigte Fettsäuren: 9 g
- Ballaststoffe: 3 g
HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN
Kann ich die Suppe auch vegan zubereiten?
Aber klar! Ersetze die Butter durch pflanzliche Margarine oder Öl. Die Hühnerbrühe nimmst du durch eine kräftige Gemüsebrühe. Den Sauerrahm und das Ei lässt du einfach weg. Stattdessen kannst du zum Andicken etwas mehr Mehlschwitze nehmen oder am Ende einen Schuss Hafer- oder Sojasahne unterrühren. Der Dill bleibt ja der Star!
Wie lange hält sich die Suppe?
Im Kühlschrank ist sie gut verschlossen 2-3 Tage haltbar. Sie wird etwas eindicken, einfach beim Aufwärmen etwas Wasser oder Brühe angießen. Achte darauf, sie nur sanft zu erwärmen, nicht kochend heiß werden zu lassen. Einfrieren würde ich sie wegen der säurehaltigen Sahne und Eier nicht empfehlen.
Was passt perfekt dazu?
Ein frisches, knuspriges Roggenbrot ist ein Traum! Oder klassische polnische Klöße. In Polen isst man manchmal auch ein hartgekochtes Ei, klein geschnitten, direkt in der Suppe. Einfach himmlisch.
Hinterlasse eine Antwort! (Ich freue mich auf dich!)
So, das war mein Herzstück, meine liebste Polnische Dill-Suppe. Ich hoffe, sie bringt auch in deiner Küche so viel Freude und Wärme wie in meiner. Hast du sie nachgekocht? Hast du eine eigene Variante? Ich bin so neugierig! Schreib mir unbedingt in die Kommentare, wie es dir gelungen ist. Teile deine Fotos und Geschichten. Denn am besten schmeckt das Essen, wenn man es mit anderen teilt. Bis bald in der Küche!