Der Wind pfeift ums Haus, und der Himmel ist schon am Nachmittag ein einziges, tiefes Grau. In solchen Momenten sehnt sich die Seele nach etwas, das nicht nur den Magen, sondern auch das Herz wärmt. Nach etwas, das vertraut und kraftvoll ist.
Ich greife dann oft zu meiner gusseisernen Pfanne. Sie hat etwas Urwüchsiges, Ehrliches. Und ich denke an die Gerüche, die früher aus Omas Küche wehten. Es war nie extravagant, aber immer erdend und tröstend. Diese würzige Spitzkohl-Hack-Pfanne ist genau das: eine Umarmung in der kalten Jahreszeit.
Sie bringt mich zurück in eine Zeit, in der Essen einfach war. Wo man nah an den Zutaten war und aus wenig viel Geschmack zauberte. Es ist ein Rezept, das keine Moden mitmacht, sondern sich auf das Wesentliche besinnt. Auf Fleisch, Kohl und Gewürze. Auf Comfort.
Rezept-Überblick
- Küche: Traditionell Deutsch, Comfort Food
- Kategorie: Hauptgericht, Low Carb
- Vorbereitung: 15 Minuten
- Kochzeit: 20 Minuten
- Portionen: 4 Personen
Die Geschichte hinter diesem klassischen Rezept
Ich erinnere mich, wie Oma im Herbst immer einen ganzen Korb voller Spitzkohl vom Markt brachte. “Der hält sich gut”, sagte sie dann. Und dann wurde daraus etwas Wunderbares gezaubert.
Sie nannte es einfach “Pfannengericht”. Für mich war es Magie. Der Duft von angebratenem Hackfleisch, der sich mit dem süßlichen Kohl vermählte, füllte das ganze Haus. Es war das Gericht an regnerischen Mittwochnachmittagen, wenn die Welt draußen ungemütlich war. Drinnen aber war es warm und sicher.
Was dies zur *traditionellen* Art macht
Die Tradition liegt in der Schlichtheit und der Behandlung der Zutaten. Hier wird nichts püriert, dekonstruiert oder in Formen gedrückt.
Es ist ehrliches Handwerk. Das Hackfleisch bekommt eine schöne Kruste. Der Kohl bleibt bissfest und nimmt die Aromen auf. Es ist rustikales, bodenständiges Essen, wie es seit Generationen auf deutschen Tischen steht. Ohne Schnickschnack, aber mit viel Seele.
Die klassischen Zutaten (Kein Schnickschnack!)
- 500 g gemischtes Hackfleisch (vom Rind und Schwein)
- 1 großer Spitzkohl (ca. 800 g)
- 2 mittelgroße Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- 2 EL Tomatenmark
- 1 TL edelsüßes Paprikapulver
- 1/2 TL scharfes Paprikapulver (oder mehr, nach Geschmack)
- 125 ml kräftige Gemüsebrühe
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- Butterschmalz oder Rapsöl zum Anbraten
- Frische Petersilie zum Bestreuen
So machst du es genau wie Oma
- Spitzkohl vierteln, den Strunk keilförmig ausschneiden und die Blätter dann in etwa 2 cm breite Streifen schneiden. Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln.
- In einer großen, schweren Pfanne oder einem Bräter das Butterschmalz stark erhitzen. Das Hackfleisch darin krümelig und kräftig anbraten, bis es gut Farbe bekommen hat. Mit Salz und Pfeffer würzen und herausnehmen.
- In demselben Fett die Zwiebeln glasig dünsten. Nach einer Minute den Knoblauch und beide Paprikapulver dazugeben und kurz mitdünsten, damit sich die Aromen entfalten.
- Das Tomatenmark zugeben und für eine Minute mitrösten, bis es dunkler wird und süßlich duftet.
- Nun den Spitzkohl in die Pfanne geben und gut unterrühren, sodass er sich mit dem Zwiebel-Tomatenmark-Gemisch verbindet. Alles etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze braten, bis der Kohl etwas zusammengefallen ist.
- Die Gemüsebrühe angießen und das angebratene Hackfleisch wieder unterheben. Alles gut vermengen und für weitere 10-15 Minuten zugedeckt köcheln lassen, bis der Kohl weich, aber noch leicht bissfest ist.
- Abschmecken und bei Bedarf nochmals mit Salz, Pfeffer oder einer Prise mehr scharfem Paprika nachwürzen. Mit frisch gehackter Petersilie bestreut servieren.
Meine Tipps, um den Klassiker zu perfektionieren
Verwendet eine richtig heiße Pfanne für das Hackfleisch. Lasst es gut bräunen, ohne es zu früh zu zerkleinern. Diese Röstaromen sind der Geschmacksgrundstein des ganzen Gerichts.
Röstet das Tomatenmark unbedingt mit an. Dieser kurze Schritt verwandelt den säuerlichen Geschmack in eine tiefe, süßliche Würze, die typisch für Omas Küche ist.
Der Kohl soll nicht matschig werden. Er sollte noch etwas Struktur haben. Das gibt dem Gericht Charakter und macht es zu einem echten Low-Carb-Vergnügen.
Aufbewahren und später genießen
Dieses Gericht schmeckt am nächsten Tag oft noch besser, wenn sich die Aromen richtig durchziehen konnten. Es hält sich gut abgedeckt im Kühlschrank für 2-3 Tage.
Einfach in der Pfanne oder Mikrowelle wieder schonend erwärmen. Es eignet sich auch hervorragend zum Einfrieren. So habt ihr immer eine Portion tröstendes Comfort Food auf Abruf parat.
Ernährungsnotizen
- Pro Portion (ca.):
- Energie: ca. 380 kcal
- Eiweiß: ca. 28 g
- Kohlenhydrate: ca. 12 g
- Fett: ca. 25 g
- Hinweis: Ein klassisches, kohlenhydratarmes (“Low Carb”) Gericht, das sättigt und mit wertvollem Eiweiß und Vitaminen aus dem Kohl versorgt.
Deine Fragen zu diesem klassischen Rezept
Kann ich auch anderes Hackfleisch verwenden?
Absolut. Reines Rinderhack gibt eine kräftigere Note, reines Schweinehack eine saftigere. Die Mischung ist der klassische Kompromiss für optimalen Geschmack und Saftigkeit. Geflügelhack geht auch, brät dann aber schneller trocken.
Was mache ich, wenn ich es weniger scharf mag?
Lasst einfach das scharfe Paprikapulver weg oder reduziert es auf eine kleine Prise. Der edelsüße Paprika gibt genug Würze und Farbe. Die Gemütlichkeit des Gerichts lebt nicht von der Schärfe, sondern von der Tiefe der Aromen.
Womit serviere ich diese Pfanne traditionell?
Früher gab es vielleicht noch Salzkartoffeln oder ein Stück Brot dazu. Für die Low-Carb-Variante ist sie ein perfektes Solo-Gericht. Ein frischer, knackiger Salat mit einem einfachen Joghurtdressing bildet einen wunderbaren Kontrast.
Ich hoffe, dieses Rezept bringt auch ein wenig von dieser alten, wohltuenden Gemütlichkeit in eure Küche. Es ist mehr als nur ein Mittagessen. Es ist ein Gefühl von Zuhause.
Habt ihr es nachgekocht? Ich würde mich so freuen, von euren Erinnerungen und euren eigenen kleinen Abwandlungen dieses Klassikers zu lesen. Hinterlasst mir doch einen Kommentar und bewertet das Rezept, wenn es euch getröstet hat. Bis zum nächsten Mal, in Omas Küche.


